Innenarchitektur: Natürliches Bauen mit Holz

Innenarchitektur ist an Trends gebunden, vielleicht noch mehr als Architektur im Außenbereich. Während Möbel stark wechselnden Moden unterliegen und innerhalb weniger Jahre ausgetauscht werden, sind die Gestaltung von Decke, Fußboden und Wänden langlebig. In der Innenarchitektur herrscht seit einigen Jahren eine Tendenz, möglichst viel mit Naturmaterialien zu arbeiten. Nachhaltig gewonnene Produkte wie Holz, Stein, Kork, Textilien und Papier dominieren gegenüber den vorher bevorzugten Verbund- und Kunststoffen.

Wandverkleidungen

Holzverkleidungen lassen sich nicht nur als umlaufende Paneele bis auf Hüfthöhe an Wänden anbringen, wie dies aus Großmutters guter Stube bekannt ist. Eine Wand kann vollständig mit Holz verkleidet werden, mit massiven, glatt polierten Holzplatten ebenso wie mit nach Art eines Sichtschutzes zusammengefügten Brettern. Naturbelassen und naturfarben ist bei Wandverkleidungen ebenso möglich wie schreiend bunte Muster, einheitlich rot, gelb oder lila - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Besonders beliebt sind massive Holzplatten von enormer Größe und Dicke, in die Regalbretter als Aufbewahrungsmöglichkeiten und Ausstellungsfläche eingelassen sind. Diese Stücke sind sehr schwer und so gearbeitet, dass sie dreidimensional in den Raum hineinragen, also die Wandfläche in den Raum hinein verschieben und eine Verbindung zwischen dem Raum selbst und seiner Grenze (der Wand) schaffen. Bei diesen Wandpaneelen ist die Maserung stark herausgearbeitet, sie betonen die Natürlichkeit des Materials und erzeugen eine beeindruckende Wirkung.

Decke und Boden

Decken werden meist einfach gestrichen oder mit Tapeten verkleidet. Seltener findet man Stuck und Styropor als Gestaltungsmittel, und eine Holzdecke wird kaum noch erstellt. Dabei bietet Holz als Material wunderbare Möglichkeiten der Deckengestaltung. Neben einer einfachen Verkleidung in warmen Tönen und interessanter Struktur kann eine kassettierte Decke dreidimensionale Wirkung entfalten und den Raum nach oben optisch öffnen. Korkverkleidungen lassen Räume niedriger und sehr warm wirken, während helle Holzdielen eine parkettartige Wirkung erzielen. Feine Mosaike aus Holzplättchen können nach den Mustern eines M. C. Escher optische Täuschungen vorgaukeln, Tiefenwirkung erreichen, Räume in die eine oder andere Richtung strecken, nach oben öffnen oder schlicht den Blick lenken. Ähnliche Effekte lassen sich auf dem Boden erzielen, der eine zweite horizontale Ebene darstellt und das Pendant zur Decke bildet. Korkböden sind angenehm, sie strahlen Wärme aus und dämpfen Geräusche. Parkett, Dielen und Holzmosaike wirken sehr edel, sind aber auf dem Fußboden nicht so pflegeleicht.

Treppen, Balustraden, Geländer

Neben den genannten Möglichkeiten der eher flächigen Gestaltung wird Holz im Innenbereich für Treppen, Geländer und Balustraden eingesetzt. Während Treppenstufen und deren Unterbau noch relativ flächig wirken und in der Verbindung mit Stahl und Glas durchaus interessante Gestaltungsmöglichkeiten bieten, sind Geländer und Balustraden unter Umständen recht fragile Gebilde. Handgedrechselt sind sie wunderschön und können moderne Lösungen des Innendesigns erlauben oder Anleihen an vergangene Stile zeigen.